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	<title>homofaber.com &#187; twittern</title>
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	<description>Notizen zur Kultur Technik</description>
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		<title>Der Stunt</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Aug 2009 20:32:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>homofaber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Beginn einer neuen Epoche ist normalerweise nur Jahre später in der Rückschau von Historikern auszumachen. Doch verdeutlicht den Übergang von der kontrollierten Information, die über Jahrhunderte die Veröffentlichungen von Unternehmen und Unternehmungen ausmachte, hin zu einer informierten Öffentlichkeit, die auch unbequeme Schilderungen aus den eigenen Reihen akzeptiert, nichts besser als eine Richtlinie der britischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_528" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><img class="size-thumbnail wp-image-528 " style="margin: 10px;" title="Das Logo des britischen Verteidigungsministeriums bei Twitter" src="http://www.homofaber.com/wordpress/wp-content/2009/08/modbadge-150x150.jpg" alt="Das Logo des britischen Verteidigungsministeriums bei Twitter" width="150" height="150" /><p class="wp-caption-text">Das Logo des britischen Verteidigungsministeriums bei Twitter</p></div>
<p>Der Beginn einer neuen Epoche ist normalerweise nur Jahre später in der Rückschau von Historikern auszumachen. Doch verdeutlicht den Übergang von der kontrollierten Information, die über Jahrhunderte die Veröffentlichungen von Unternehmen und Unternehmungen ausmachte, hin zu einer informierten Öffentlichkeit, die auch unbequeme Schilderungen aus den eigenen Reihen akzeptiert, nichts besser als eine Richtlinie der britischen Militärs.</p>
<p><span id="more-527"></span>Das britische Verteidigungsministerium hat seine Soldaten dazu <a href="http://mashable.com/2009/08/08/british-troops-social-media/" target="_blank">ermuntert</a>, in Blogs und sozialen Medien über ihren Alltag zu berichten. Anders als bei den Marines der USA <a href="http://www.mod.uk/DefenceInternet/AboutDefence/CorporatePublications/MediaandPublicCommunicationPublications/OnlineEngagementGuidelines.htm" target="_blank">wird es ausdrücklich erlaubt</a>, bei Facebook, Twitter und Co. darüber zu schreiben, was sie tun – mit dem Hintergedanken, näher bei der Familie und Freunden und bei der Heimat zu sein, wenn sie im Einsatz sind. Nur wenn es um die hohe Militärpolitik geht oder vertrauliche Informationen, sollten sich die Soldaten das Okay ihrer Vorgesetzten holen, heißt es sinngemäß in der Richtlinie. Ansonsten gelte der gleiche „hohe Standard“ von Verhaltensregeln, der auch im realen Leben von britischen Soldaten erwartet werde.</p>
<p><strong>Ein Stück weit entmachtet</strong></p>
<p>Nun ist die Kontrolle von möglicherweise unbequemen Informationen ohnehin bereits verloren, da jedermann anonym im Netz seine Beobachtungen veröffentlichen kann. Doch machen die Briten daraus eine Tugend: Indem sie es ihrem Staatspersonal offiziell erlauben, sich öffentlich zu äußern, wird jeder Pressesprecher und direkter Vorgesetzter bis hin zum Minister selbst ein Stück weit entmachtet. Die Macht über Informationen, die über Jahrhunderte von Staatsmächten mit Mitteln bis hin zur Todesstrafe bei Geheimnisverrat sanktioniert wurde, verschiebt sich weiter: in Richtung der vielen. Und wenn aus der wachsenden Vielzahl der meist in einem höheren Sinne belanglosen, persönlichen Beobachtungen und Einschätzungen einzelner die eine ganz besondere Nachricht heraussticht, so werden die Vorgesetzten davon schneller als bisher erfahren und  damit früher als früher umgehen wollen. In einem herrlichen Stunt erheben sich die Briten über diese Entwicklung, die ohnehin nicht aufzuhalten ist.</p>
<p><strong>Die Schere im Kopf</strong></p>
<p>Nun wird niemand bezweifeln, dass es der Schützenpanzerlenker mit seinen Vorgesetzten unmittelbar zu tun bekommt, wenn er bei Facebook über den jüngsten Einsatz berichtet und einen seiner Kollegen wegen rüden Umgangs in die Pfanne haut. Andererseits wird wie in Unternehmen auch jeder halbwegs denkende Teilnehmer von sozialen Netzwerken sich zweimal überlegen, was er öffentlich schreibt. Die Schere im Kopf werden viele weiterhin haben.</p>
<p>Dennoch geschieht etwas Neues: wenn Vorgesetzte fern vom Einsatzort weniger stark gefiltert und unmittelbar mitlesen können, was im Einsatzgebiet geschieht. Entmachtet wird letztendlich die zweite und dritte Reihe des Führungspersonals: hinsichtlich der Einschätzung einer „Stimmung“ in der Truppe. Darüber können sich die Chefs künftig selbst ein Bild machen oder machen lassen.</p>
<p><strong>Soldaten sind auch Menschen</strong></p>
<p>Das böse Sinnbild vom stumpfen Soldaten als Befehlsempfänger und Kalle-Arsch der Truppe hat damit ausgedient: Soldaten sind auch Menschen, sagt diese Richtlinie; ihre Befindlichkeiten und Einschätzungen haben einen Wert. Zumindest die guten unter den Vorgesetzten haben diese Befindlichkeiten auch schon früher wertgeschätzt.</p>
<p>Die neue Öffentlichkeit von Nebendetails und Stimmungen der Militäroperationen wird  jedenfalls eine neue Qualität der öffentlichen Wahrnehmung erfordern und damit auch des Journalismus: Das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen wird immer wichtiger, und das Lesen vieler Quellen und noch und nöcher immer weiterer Vielen wird für die Journalisten zu einer Aufgabe, die nur noch mit intelligenten Filtern und Systemen zu bewerkstelligen ist.</p>
<p>Interessant wäre, wie die britischen hohen Militärs ihr Informationsgewerk zusammenschustern, vielleicht könnte man als Journalist davon etwas lernen. Aber wahrscheinlich gucken die sich das gerade bei den Bloggern ab und tunen soeben ihre RSS-Reader.</p>
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		<title>Twittern aus der Bundesversammlung zulässig?</title>
		<link>http://www.homofaber.com/2009/05/twittern-aus-der-bundesversammlung-zulassig/</link>
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		<pubDate>Fri, 22 May 2009 11:07:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>homofaber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine Teilnehmerin der Bundesversammlung an diesem Sonnabend hat angekündigt, direkt aus dem Plenum von der Wahl zum Bundespräsidenten zu twittern. Dass das zulässig ist, kann man bezweifeln. Die Bundestagsabgeordnete Julia Klöckner (CDU, Kreis Bad Kreuznach) nimmt an diesem Sonnabend an der Bundesversammlung in Berlin teil, die den Bundespräsidenten oder die Bundespräsidentin wählen wird. In ihrem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Teilnehmerin der Bundesversammlung an diesem Sonnabend hat angekündigt, direkt aus dem Plenum von der Wahl zum Bundespräsidenten zu twittern. Dass das zulässig ist, kann man bezweifeln.</p>
<p><span id="more-466"></span>Die Bundestagsabgeordnete Julia Klöckner (CDU, Kreis Bad Kreuznach) nimmt an diesem Sonnabend an der Bundesversammlung in Berlin teil, die den Bundespräsidenten oder die Bundespräsidentin wählen wird. In ihrem Twitterstream hat sie <a href="http://twitter.com/JuliaKloeckner/statuses/1861003311" target="_blank">angekündigt</a>, am Freitag und Samstag live über die <strike>Bundestagswahl</strike> Wahl zu twittern. Vor ihr hatte auch schon @GeenSchwAnie <a href="http://twitter.com/GreenSchwAnie/status/1852324929" target="_blank">angekündigt</a>, als Ersatzfrau live aus Berlin von der Bundesversammlung zu twittern. Und es dürften noch einige Teilnehmer mehr sein, die zumindest technisch in der Lage sind, live aus der Versammlung zu twittern. Wer allerdings die Geschäftsordnung des Gremiums liest, mag bezweifeln, dass sie  das dürfen.</p>
<p>Als Geschäftsordnung dient der Bundesversammlung <a href="http://www.bundestag.de/Parlament/funktion/gesetze/go_btg/go06.html" target="_blank">die des Deutschen Bundestags</a>. Dort ist nicht explizit angegeben, wie sich die Teilnehmer der Runde zu verhalten haben – und es mag sogar pieselig erscheinen, dass die in solchen Sitzungen üblichen Nebenbeigespräche mit dem Sitznachbarn, Handytelefonate oder SMS und gar Interviews mit den Medien eine andere Qualität aufweisen als Live-Veröffentlichungen bei Twitter.</p>
<p>Den Unterschied markiert der Begriff &#8220;Zwischenbemerkung&#8221;, und zwar ganz genau die <strong>Öffentlichkeit</strong> einer Zwischenbemerkung, wie sie bei Twitter unzweifelhaft gegeben ist.</p>
<p>Doch ist unter § 27 &#8220;Worterteilung und Wortmeldung&#8221; der Geschäftsordnung klar angegeben, wie mit solchen Zwischenbemerkungen umzugehen ist:</p>
<blockquote><p>(2) Für Zwischenfragen an den Redner und für Zwischenbemerkungen in der Aussprache über einen Verhandlungsgegenstand melden sich die Mitglieder des Bundestages über die Saalmikrofone zum Wort. Zwischenfragen und Zwischenbemerkungen, die kurz und präzise sein müssen, dürfen erst gestellt werden, wenn der Redner sie auf eine entsprechende Frage des Präsidenten zuläßt. Im Anschluß an einen Debattenbeitrag kann der Präsident das Wort zu einer Zwischenbemerkung von höchstens drei Minuten erteilen; der Redner darf hierauf noch einmal antworten.</p></blockquote>
<p>Für Zwischenbemerkungen melden sich die Mitglieder also <strong>per Saalmikrofon</strong> zum Wort, und sie sind erst zulässig, wenn der Redner sie auf eine entsprechende Frage des Präsidenten zulässt.</p>
<p>Direkt während der Runde zu twittern hat eine andere Qualität als beispielsweise ein Handytelefonat oder ein Gespräch an der Kaffeebar mit dem politischen Gegner während der Versammlung. Denn die Twitterbotschaft ist in der geplanten Form öffentlich – und sie konkurriert damit mit anderen Formen der Veröffentlichung in der Bundesversammlung. Dabei kennt die Geschäftsordnung für Veröffentlichungen jedoch nur das Rederecht. In weiteren Paragraphen wird sogar explizit in Minutenlänge festgelegt, wer wie lange reden darf.</p>
<p>Nun wird in der Bundesversammlung ohnehin traditionell wenig geredet, man schreitet nach gewissen Formalitäten direkt zur fast feierlichen Abstimmung. Doch stelle man sich einmal vor, dass nicht nur eine einzelne Abgeordnete twittert, sondern gleich mehrere Gruppierungen der Versammlung. Und man stelle sich vor, dass dort nicht nur über die Größe des Augenblicks einer Wahl des Staatsoberhaupts, sondern tatsächlich konkrete Absprachen per Twitter vorgenommen werden – und die Teilnehmer sich natürlich auch untereinander followen. &#8220;Wenn ihr jetzt Gesine im zweiten Wahlgang helft, sprechen wir noch mal über das Linksbündnis zur nächsten Wahl&#8221;, könnte da beispielsweise eine SPD-Größe twittern. Ein kleiner anonymer Twitpol nebenbei gefällig, wie sich die twitternden Mitglieder der Linken unter der Erkenntnis der laufenden Abstimmung verhalten? Dass die Wahl des Bundespräsidenten &#8220;ohne Aussprache&#8221; erfolgt, würde verwässert.</p>
<p>Nur wären durch solch einem bemerkenswerten Tweet oder Twitpol dann alle jene Teilnehmer der Wahl benachteiligt, die keinen Twitteraccount haben oder ihr Handy gerade ausgeschaltet haben. Es wäre zumindest eine Verletzung der Ordnung über die Gestaltung und Dauer der Aussprache, wie sie der Ältestenrat festgelegt hat. Dort ist vom Twittern keine Rede, wohl aber davon, dass Teilnehmer während der Sitzungen abwesend sein dürfen, weil sie sich ja übers &#8220;Bundestagsfernsehen&#8221; (analog also dem Bundesversammlungsfernsehen) über den Verlauf auf dem Laufenden halten können. Und es widerspricht zudem dem Geist des § 19, wonach die Sitzung &#8220;öffentlich&#8221; zu sein hat: Für geschätzt 95 Prozent der Teilnehmer der Runde sind die Twitterbotschaften einzelner Teilnehmer nichtöffentlich.</p>
<p>Es gibt noch mehr Hinweise in der Geschäftsordnung darauf, dasss Twittern zumindest zweifelhaft ist. So taucht in §32 auf, dass auch tatsächliche oder persönliche Erklärungen &#8220;außerhalb der Tagesordnung&#8221; durch Worterteilung durch den Präsidenten möglich sind. Ansonsten spricht aus der gesamten Geschäftsordnung der Sinn der Debatte, dass sich die Teilnehmer auf sie konzentrieren sollen.</p>
<p>Julia Klöckner ist übrigens Schriftführerin in der Bundesversammlung, eine von mehreren Dutzend. Müsste sie dann nicht auch sämtliche Twitterbotschaften aller Teilnehmer als &#8220;Zwischenrufe&#8221; ins Sitzungsprotokoll aufnehmen?</p>
<p>Dass wir uns nicht missverstehen: Ich halte es für erfreulich, wenn Politiker ein Medium wie Twitter nutzen, um das direkte Gespräch mit der Bevölkerung zu suchen. Und es wird sicher auch während der Wahl bei Twitter ein neuerliches Gewitter an Botschaften rund um die Wahl geben. Man mag sogar die gestiegene Transparenz eines Gremiums befürworten. Der Zweck einer Bundesversammlung, eine ordentliche Wahl durchzuführen, wird mit direkten Tweets aus der Versammlung heraus, die in die Versammlung wieder hineinwirken, jedoch gestört. Außer das Fernsehen überträgt auch den Twitterstream.</p>
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		<title>Wie übersetzt man &#8220;Twittern&#8221; richtig? Richtig: gar nicht</title>
		<link>http://www.homofaber.com/2008/12/wie-ubersetzt-man-twittern-richtig-richtig-gar-nicht/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Dec 2008 00:36:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>homofaber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist schon eine Weile her: Als Twittern aufkam, herrschte Unsicherheit, wie man die Teilnahme an dem Dienst wohl in korrektem Deutsch beschreibt: Zwitschern? Anpiepsen? Texteln? Nachgefragt bei einer Sprachexpertin. Wie übersetzt man Twittern richtig? Der Duden war dabei wenig hilfreich: Duden-Suche Suchergebnis für twittern im gesamten Text: 0 Treffer in Duden &#8211; Deutsches Universalwörterbuch. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.homofaber.com/wordpress/wp-content/2009/01/twitterbird.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-96" style="border: 0pt none;" title="twitterbird" src="http://www.homofaber.com/wordpress/wp-content/2009/01/twitterbird-300x300.jpg" alt="" width="167" height="167" /></a>Es ist schon eine Weile her: Als Twittern aufkam, herrschte Unsicherheit, wie man die Teilnahme an dem Dienst wohl in korrektem Deutsch beschreibt: <strong>Zwitschern? Anpiepsen? Texteln? </strong>Nachgefragt bei einer Sprachexpertin. <span id="more-84"></span></p>
<p>Wie übersetzt man <em>Twittern</em> richtig? Der Duden war dabei wenig hilfreich:</p>
<blockquote>
<h1>Duden-Suche</h1>
<p>Suchergebnis für <strong><strong>twittern</strong> im gesamten Text</strong>:<br />
<strong>0</strong> Treffer in Duden &#8211; Deutsches Universalwörterbuch.</p>
<p><a href="http://www.duden-suche.de/suche/?putSearchParams=1"></a></p>
<p><strong>Oder meinten Sie: </strong><a href="http://www.duden-suche.de/konto/vorzuege.php">wittern</a> ?</p></blockquote>
<p>Zum Glück gibt&#8217;s die <a href="http://stiftungds.de/" target="_blank">Sprachberatung der Stiftung Deutsche Sprache</a>. Christiane Götzeler verfasste auf meine Anfrage hin eine ausführliche Würdigung des Begriffs Twitterns und seiner korrekten Übersetzung unter Berücksichtigung vieler Aspekte wie Umschreibung, Anglizismus, Missverständnisvorbeugung und dem Verhältnis Schreibung-Aussprache. Auszüge:</p>
<blockquote><p>Es handelt sich bei &#8220;Twitter&#8221; um eine Art fachsprachliche Bezeichnung für einen Kommunikationsdienst bzw. ein Kommunikationsnetz. &#8220;twittern&#8221; bezeichnet die entsprechende kommunikative Tätigkeit.</p>
<p>Eine Übersetzung bringt hier Probleme mit sich, da damit die Gefahr der Unverständlichkeit oder des Missverständnisses entstünde.</p></blockquote>
<p><strong>Also besser nicht übersetzen, das lese ich daraus.</strong> Doch für jeden, der partout übersetzen möchte, hat Götzeler entsprechende Hinweise:</p>
<blockquote><p>Theoretisch denkbar wären wörtliche Übersetzungen von &#8216;twittern&#8217; als</p></blockquote>
<blockquote>
<ul>
<li>zwitschern</li>
<li>piepen</li>
<li>schnattern</li>
</ul>
</blockquote>
<blockquote><p>Möglich wären auch Umschreibungen für &#8220;twittern&#8221; wie:</p>
<ul>
<li> anpiepsen</li>
<li> plaudern</li>
<li> quasseln</li>
<li>Kurzmitteilung/Kurzbotschaft senden/schicken</li>
<li> Schnellmitteilung/Schnellbotschaft senden/schicken</li>
</ul>
<p>&#8220;Twitter&#8221; als Substantiv könnte man evtl. ersetzen durch:</p>
<ul>
<li> Kurz-/Mini-/Schnellnachrichtendienst</li>
<li> Zwitscherdienst/-netz</li>
</ul>
<p>Allerdings ist fraglich, ob die Sprachteilnehmer darunter dasselbe verstehen würden wie unter &#8220;twittern&#8221;/&#8221;Twitter&#8221;.</p></blockquote>
<p>So weit die Expertin von der Sprachberatung. Gefallen hat mir allerdings keine diese Übersetzungen und Umschreibungen. Alles klingt dem Dienst irgendwie fremd. Was bei konsequenter Eindeutschung draus werden könnte, erzählt sie hier:</p>
<blockquote><p>Eine Möglichkeit wäre, den Anglizismus einmal erklärend neben einer Übersetzung zu nennen und im Folgenden auf die Übersetzung zurückzugreifen, z. B.: &#8220;Ich habe neuerdings das Zwitschern (&#8220;Twittern&#8221;) entdeckt. Meine Freundin und ich schicken uns jetzt dauernd Zwitschernachrichten &#8230;&#8221;</p></blockquote>
<p>Auch das erscheint mir fragwürdig. Twittern ist schon ein Fremdwort, warum sollte man &#8220;Zwitschern&#8221; als weiteres hinzufügen? Gefühlt ist &#8220;Zwitschern&#8221; nicht die richtige Übersetzung. Das ahnt auch Götzeler:</p>
<blockquote><p>Möglicherweise könnte auf diese Weise längerfristig auch eine deutsche Bezeichnung etabliert werden (wobei es evtl. auch zu einer &#8220;Doppelbedeutung&#8221; eines bestehenden Wortes wie bei englisch &#8220;twitter&#8221; für wörtliches Zwitschern und Benutzen des Kommunikationsdienstes kommen könnte).</p>
<p>Vom Sprachsystem her betrachtet ist der Anglizismus &#8220;twittern&#8221; recht unproblematisch, da das Verhältnis Schreibung-Aussprache des englischen Wortes dem Deutschen ähnelt, es also kaum Probleme mit der Aussprache geben wird.</p></blockquote>
<p>Mit Dank an Christiane Götzeler: Bleiben wir also beim Begriff &#8220;Twittern&#8221; und deutschen ihn ein. Wer ihn noch nicht kennt und nicht versteht, muss auf in Klammern gesetzte Erklärhilfen bei den darüber schreibenden Journalisten hoffen.</p>
<p>Wer twittert, der twittert. Das ist eben etwas Neues.</p>
<p><!-- ms --></p>
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		<item>
		<title>Zum Lesen am Kaminofen: Twitter für Einsteiger</title>
		<link>http://www.homofaber.com/2008/12/twitter-fur-einsteiger/</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Dec 2008 23:14:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>homofaber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Für Einsteiger bedeutet Twitter zunächst eine schwer durchschaubare Mechanik. Klar: Unter twitter.com sich kostenlos mit einem Pseudonym anzumelden dürfte noch jedem Internet-Surfer gelingen. Und dann? Hier ein paar Handreichungen, um die Faszination, Möglichkeiten und Schwierigkeiten von Twitter zu ergründen. Da ist man also frisch im sozialen Netzwerk Twitter angemeldet und doch erst mal allein. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.homofaber.com/wordpress/wp-content/2009/01/twitter-logo.gif"><img class="alignleft size-medium wp-image-101" title="twitter-logo" src="http://www.homofaber.com/wordpress/wp-content/2009/01/twitter-logo.gif" alt="" width="174" height="174" /></a></p>
<p>Für Einsteiger bedeutet Twitter zunächst eine schwer durchschaubare Mechanik. Klar: Unter <a href="http://twitter.com" target="_blank">twitter.com</a> sich kostenlos mit einem Pseudonym anzumelden dürfte noch jedem Internet-Surfer gelingen. Und dann?</p>
<p>Hier ein paar Handreichungen, um die<strong> Faszination, Möglichkeiten und Schwierigkeiten von Twitter </strong>zu ergründen.</p>
<p><span id="more-67"></span></p>
<p><a href="http://www.homofaber.com/wordpress/wp-content/2009/01/twitter-logo.gif"> </a></p>
<p>Da ist man also frisch im sozialen Netzwerk Twitter angemeldet und doch erst mal allein. Die eigene Homepage findet sich unter twitter.com/<em>pseudonym</em>, wobei hinter dem Schrägstrich das bei der Anmeldung gewählte Pseudonym wie zum Beispiel homofaber oder hazde einzutragen ist, also <a href="http://twitter.com/homofaber">http://twitter.com/homofaber</a> beziehungsweise <a href="http://twitter.com/hazde" target="_blank">http://twitter.com/hazde</a> <strong>[Update:</strong> mittlerweile <a href="http://twitter.com/haz" target="_blank">http://twitter.com/haz</a>]. Das ist die eigene Twitter-Seite. Wie findet man nun andere Nutzer? Die im Menü angebotene Suchen-Funktion von Twitter ist dafür weitgehend unbrauchbar. Hier kann man nur nach Mail-Adressen suchen. Es gilt, weiter zu forschen.</p>
<p>Statt dessen sollte man auf die versteckte Suche von Twitter wechseln: <a href="http://search.twitter.com" target="_blank">http://search.twitter.com</a>. Hier kann man nach Stichworten im Twitter-Universum suchen – und so recht schnell zum Beispiel die jüngsten Beiträge finden, in denen Wörter wie „Hannover“, „Mumbai“ oder „Britney“ vorkommen.</p>
<p>Neben viel persönlichem Gequatsche von Unbekannten taucht so möglicherweise der eine oder andere interessante Beitrag auf. Nachrichtenmenschen stoßen vielleicht auf diesen Eintrag:</p>
<ul>
<li><strong><a onclick="pageTracker._trackPageview('/exit/to/polizei_update');" href="http://twitter.com/polizei_update" target="_blank">polizei_update</a>:</strong> polizeiupdate.de Bundespolizei <strong>Hannover</strong>: BPOLD-H: Bundespolizei für UEFA-Pokalspie.. <a onclick="pageTracker._trackPageview('/exit/link/1032448917')" href="http://tinyurl.com/54v6l4" target="_blank">http://tinyurl.com/54v6l4</a> (<a onclick="decodeUrl(this); return false;" href="http://search.twitter.com/search?q=hannover#">expand</a><img src="http://search.twitter.com/images/expanding.gif?1227655973" border="0" alt="" width="30" height="7" align="bottom" />)<br />
about 4 hours ago · <a onclick="pageTracker._trackPageview('/exit/reply/polizei_update');" href="http://twitter.com/home?status=@polizei_update" target="_blank">Reply</a> · <a onclick="pageTracker._trackPageview('/exit/status/1032448917');" href="http://twitter.com/polizei_update/statuses/1032448917" target="_blank">View Tweet</a></li>
</ul>
<p>Hier twittert also jemand mit der Bezeichnung <em>polizei_update</em> und hat vor vier Stunden eine Information über ein &#8220;UEFA-Pokalspie&#8230;&#8221; geschrieben. Mehr gibt’s unter der genannten Internet-Adresse. Bei tinyurl handelt es sich um einen Internet-Adressen-Verkürzer-Dienst. Anstatt der ellenlangen Adresse</p>
<blockquote><p><a href="http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/70246/1312370/bundespolizeidirektion_hannover/rss" target="_blank">http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/70246/1312370/bundespolizeidirektion_hannover/rss</a></p></blockquote>
<p>wurde hier die verkürzte Fassung</p>
<blockquote><p><a href="http://tinyurl.com/54v6l4">http://tinyurl.com/54v6l4</a></p></blockquote>
<p>eingetragen. Wer auf die kurze Adresse klickt, wird auf die lange umgeleitet &#8211; und erfährt so Näheres zu Plänen der Polizei zu einem Fußballspiel in Wolfsburg (so der Stand bei Veröffentlichung dieses Textes).</p>
<p><strong>Hintergrund: </strong>Twitter-Beiträge sind auf 140 Zeichen begrenzt. Will man diesen Polizeiinfodienst ständig in seiner persönlichen Sammlung haben, erkundet man seinen „Tweet“: Das ist der Nachrichtenstrom, den <em>polizei_update</em> durch ständig neue Meldungen generiert. Einfach aufs Logo oder auf „View Tweet“ klicken, dann landet man bei <a href="http://twitter.com/polizei_update" target="_blank">http://twitter.com/polizei_update</a> – und kann über das unscheinbare Feld „Follow“ unterhalb des Hubschrauber-Bildes sich als Follower, als Abonnent, eintragen.</p>
<p><strong>Die Folge:</strong> Künftig erhält man auf seiner persönlichen Homepage http://twitter.com/<em>pseudonym</em> sämtliche Beiträge dieses Dienstes angezeigt.</p>
<p>Mühsam? Gewiss. Spannend wird dieses Abonnieren erst dann, wenn man das Geschreibe und Gequatsche mit anderen Dimensionen verknüpft: Zeit, Ort, Verfolgern und Verfolgten, Mininetzwerken ohne wirtschaftlichem Hintergrund irgend eines großen Konzerns. Ganz simpel beispielsweise, wenn man einmal nachschaut, wen andere im Netz abonniert haben.</p>
<p>Schauen wir beispielsweise einmal auf <a href="http://twitter.com/hazde" target="_blank">http://twitter.com/hazde</a> – dort twittern Mitarbeiter der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Oben rechts sind zwei Zahlen genannt: „194 following_me“ und „140 followers_me“. Das heißt: Die HAZ-Leute selbst verfolgen, was 194 andere alltäglich twittern.</p>
<p>Was die HAZ im Twitter-Universum schreibt, erhalten 140 offensichtlich Interessierte bei sich auf dem Schirm, wenn sie sich mit Twitter beschäftigen.</p>
<p>Beide Zahlen sind anklickbar. Und so stellt man etwa fest, dass unter den Interessierten an dem Dienst so Pseudonyme wie zoomer_de, dieterbohlen (ja, der echte), SPDNDS, klingbeil09, weltkompakt, saschalobo und DerWesten eingetragen sind. Mit wenigen Klicks kann man sich wie die HAZ-Leute als Follower dieser Anbieter eintragen: erst aufs Logo, dann auf „Follow“ gehen.</p>
<p><strong>Zusatzdienste am Rechner entfalten den Charme von Twitter</strong></p>
<p>Mühsam ist es allerdings, wenn man sich über die Twitter-Beiträge dieser Nutzer auf dem Laufenden halten möchte. Der Weg über die eigene Homepage http://twitter.com/<em>pseudonym</em> macht auf Dauer keinen Spaß, um alle diese Beiträge nachzulesen. <strong>[Update:</strong> Das hat auch <a href="http://twitter.com/HolgerSchmidt" target="_blank">Holger Schmidt</a> von der FAZ in einer <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2009/04/29/daempfer-fuer-twitter-60-prozent-der-nutzer-kehren-nicht-zurueck.aspx" target="_blank">Analyse</a> vorgestellt. Die Webseite wirkt abschreckend, 60 Prozent der Erstnutzer kehren nicht zurück.]</p>
<p>Seinen ganzen Charme und konkreten Nutzen entfaltet Twitter erst dann, wenn man unmittelbar nach Einstellen neuer Nachrichten aus seinem Netz darüber informiert wird.</p>
<p><strong>Das geht so.</strong> Nutzer des Browsers Firefox können sich ein Addon (also eine Programmerweiterung) namens Twitterfox installieren. Das gibt es hier: <a href="https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/5081" target="_blank">https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/5081</a> – einfach „Zu Firefox hinzufügen“ anklicken und „installieren“, schon wird diese Minisoftware einen Firefox-Neustart später als kleines Symbol unten rechts angezeigt. Hier hinterlegt man mit einem Rechtsklick (unter Windows) seine Zugangsdaten zu Twitter, und dass das Miniprogramm beispielsweise „alle 3 Minuten“ nachschauen soll, ob neue Nachrichten aus dem persönlichen Twitter-Universum vorliegen. Fortan poppt aus dem kleinen Twitter-t unten rechts im Browser ein Fenster hoch, sobald andere etwas in ihren Nachrichtenfenster eingetragen haben. Persönlich kann man direkt darunter in einer Eingabezeile antworten.</p>
<p><strong>Aber Vorsicht:</strong> Was man hier hineinschreibt, wird per Google- oder Twitter-Suche auffindbar. Persönliche Botschaften sollte man in diesem Modus besser vermeiden. Die zweite Crux: Direkt zu sehen, also beispielsweise innerhalb eines hochfahrenden Twitterfox-Fensters, bekommen diese Eintragungen nur diejenigen, die sich als Ihr „Follower“ eingetragen haben. Es nützt also nichts, wenn Sie sich erst als „Follower“ von „LarsHinrichs“, dem Chef von Xing, eintragen und ihm dann in Ihrem persönlichen Nachrichtenstrom („Tweed“) auf seine Verärgerung über dpa antworten. „LarsHinrichs“, der Echte, muss Sie selbst für interessant genug befunden haben, Ihnen zu „followen“. Jeder sucht sich eben selbst seine interessantesten Quellen.</p>
<p>Hinrichs hat laut seiner Homepage <a href="http://twitter.com/larshinrichs" target="_blank">http://twitter.com/larshinrichs</a> 133 Quellen, die ihn interessieren. Mehr als zehnmal so viele Twitternutzer verfolgen dagegen die Kurznachrichten des Geschäftsmanns.</p>
<p><strong>Nicht alles Twittern ist öffentlich</strong></p>
<p>Neben diesen stets öffentlichen Beiträgen gibt es außerdem die Möglichkeit, anderen zu antworten oder ihnen eine „direkte“ Antwort zukommen zu lassen. Die normale Antwort bekommt der andere in einem gesonderten Bereich namens „Replies“ von Twitter angezeigt. Dazu schreibt man das Pseudonym des Angeschriebenen mit einem davorgestellten @ in seine Botschaft.</p>
<p>Schreiben Sie also „@homofaber Netter Text“ in Twitter, erhalte ich diese Nachricht gesondert angezeigt, kann sie also unschwer übersehen – aber auch andere bekommen diese Nachricht zu sehen, sofern die anderen zu Ihren Followern gehören.  Die „direkte“ Antwort bekommt der Angeschriebene dagegen nur alleine zu sehen. Dazu setzt man ein „d“ gefolgt von einem Leerzeichen vor seine Botschaft. Dann erhält der Angeschriebene zusätzlich eine Mail mit dem Inhalt.</p>
<p>Schreiben Sie also „d homofaber Habe eine vertrauliche Info für Dich“. Bei Google &amp; Co. werden diese persönlichen Nachrichten nicht gefunden. Wer will, kann seinen persönlichen Nachrichtenstrom auch komplett unöffentlich machen. Mit der entsprechenden Einstellung im Twitter-Menü erhalten andere nur durch personalisierte Freischaltung Zugriff auf die Kurznachrichten.</p>
<p><strong>Viele andere Dienste nutzen Twitter und begründen neue Funktionen</strong></p>
<p>Steigt man tiefer ins Twitter-Universum ein, ergeben sich unzählige auf dem System aufbauende Funktionen. Die Twitter-Leute aus den USA haben ihre Datenbank weitgehend für andere Dienste zugänglich gemacht. Mit dem Erfolg dieses nicht nur browserbasierten Kurznachrichtendienstes springen viele weitere Firmen mit nützlichen Anwendungen auf. Fachleute nennen das <em>Mashups</em>: miteinander vernetzte Netze.</p>
<p>Einer davon ist <a href="http://twittermap.com" target="_blank">twittermap.com</a>: Der Dienst hat eine Weltkarte mit der Twitterdatenbank verknüpft. Dort lässt sich auf die Schnelle herausfinden, wo beispielsweise in Mumbai, dem indischen Bombai, zuletzt Twitterfreunde aktiv waren. Während der Terrorangriffe in der indischen Wirtschaftsstadt nutzten einige Nachrichtensender wie CNN und die britische BBC diese Funktion, um Kontakt zu ortsansässigen Internet-Nutzern herzustellen. Auf die Schnelle abonniert, erhalten Journalisten auf diesem Weg Zugang zu Fremden, können ihnen direkte Fragen zum Geschehen stellen und eine Telefonnummer für weitergehende Informationen erfragen.</p>
<p>Hintergrund ist die so genannte Geoinformation, die man als Twitter-Nutzer zusätzlich hinterlegen kann. Darin legt man fest, wo man sich gerade befindet. Eine Angabe wie „L: Hannover, Germany“ hinterlegt etwa die „Location“ (Ortsangabe) <em>Hannover</em> in dem Dienst – und fortan finden andere über Twitter, Twittermap oder weitere Twitterdienste auch Ihre Beiträge aus diesem Standort.</p>
<p><strong>Diese Geoinformation</strong> eröffnet eine weitere Dimension. Zunehmend können Handys diese Angaben über ihren Standort mitversenden – sei es eine schriftliche Angabe wie der Name der Stadt oder eine mathematische Angabe in Breiten- und Längengraden.</p>
<p>Fürs iPhone von Apple beispielsweise gibt es kostengünstige Software wie den Twittelator Pro, mit dem man unterwegs bequem „mal eben“ twittern kann. Die Software ist in der Lage, Twitter-Feeds aus der näheren Umgebung anzuzeigen, etwa in einem Umkreis von 25 Kilometern. Da liegt es nahe, in einer fremden Stadt mal eben die Twitter-Nutzer aus der Umgebung <em>anzutwittern</em>: „Bin neu in Hannover, suche über Twitter – suche eine Kneipe mit gutem Guinness. Empfehlungen?“ Gegenwärtig nutzen zwar vor allem die „early adopters“, die ständigen Erstnutzer neuer Technik Twitter, so dass man keinen repräsentativen Querschnitt von Antworten erwarten darf. Aber für neue Kontakte taugt der Dienst allemal.</p>
<p><strong>Für den Journalismus</strong> ergeben sich zusätzlich neue Quellen, ein weiterer Nachrichtenkanal: Über den Dienst <a href="http://hashtags.org" target="_blank">http://hashtags.org</a> im Zusammenspiel mit <a href="http://twitterfeed.com">http://twitterfeed.com</a> ist es beispielsweise mit geringem Aufwand möglich, das Twitteruniversum anhand bestimmter Suchbegriffe zu verfolgen. Immer wenn jemand irgendwo in der Welt das Stichwort „<em>Hannover</em>“ eintwittert, erhält man beispielsweise solche Nachrichten. Da ist dann natürlich viel Irrelevantes dabei. Aber als neulich im hannoverschen Hauptbahnhof die Züge still standen und es zu langen Verspätungen kam, war es der Twitterdienst, der auf diesem Weg Eingang in die Berichterstattung der Zeitung fand.</p>
<p>Ein Twitter-Teilnehmer hatte gefragt, warum die Züge still stehen, ein anderer konnte kurz darauf als Auskunft geben, dass es einen Suizid gegeben habe. Ein Polizeireporter bekam diese Information mit, fragte offiziell bei der Pressestelle der Bahn nach. Sie bewahrheitete sich. Kurz darauf erschien die Meldung darüber im Online-Dienst der Zeitung. Pressestellen, Nachrichtenagenturen und etablierte Medien dürften durch Twitter zusätzlich getrieben werden, aktuell und sicher zu berichten.</p>
<p><strong>Retwittering verbreitet Gerüchte</strong></p>
<p>An der klassischen journalistischen Regel, eine zweite Quelle für eine bestimmte Information einzuholen, dürfte allerdings auch in Zukunft kein Weg vorbei führen. Falschmeldungen pflanzen sich über Twitter ebenso schnell fort, weil es vielfach praktiziert wird, Gelesenes als „Retwittering“ oder kurz „RT“ ungeprüft weiterzuverbreiten. Da bekommt man dann beispielsweise  aus seinem persönlichen Twitter-Universum sinngemäß die Mitteilung <em>„RT: @xyz Indische Regierung bittet darum, Twitter-Dienst wegen der Angriffe in Mumbai einzustellen“.</em> Die Quelle <em>xyz</em> ist dabei kaum zuverlässig – und auch wenn man bei <em>xyz</em> nachschlägt, wen derjenige abonniert hat, verläuft die Recherche im Sande.</p>
<p>Weitere Suchen über <a href="http://search.twitter.com" target="_blank">search.twitter.com</a> und Google verlaufen ebenso – und als einzige Botschaft bleibt am Ende: Die indische Regierung hat die Medien lediglich <em>allgemein</em> dazu aufgerufen, zurückhaltend zu berichten, um den Terroristen keine zusätzlichen Informationen über die Vorhaben der Antiterrorkräfte zu geben. Keine Rede davon, dass ausgerechnet Twitter noch schneller als das Fernsehen sei. Im Detail eine Falschmeldung.</p>
<p>Hardcore-Twitter-Nutzer werden über Dienste wie <a href="http://monitter.com" target="_blank">http://monitter.com</a> zusätzlich bedient &#8211; dort laufen auf Basis eingestellter Stichwörter nahezu in Echtzeit die Beiträge von Twitter-Nutzern ein &#8211; von vielen Enthusisasten ebenso wie von Nachrichtenmedien. Mit entsprechender Programmierung lassen sich so auch Kanäle programmieren, die alle seriösen Eilmeldungsdienste dieser Welt vereinen. &#8220;<a href="http://twitter.com/spiegel_eil" target="_blank">Spiegel_Eil</a>&#8221; und &#8220;<a href="http://twitter.com/BreakingNewsOn">BreakingNewsOn</a>&#8221; sind zwei solche Dienste.</p>
<p>Auch Falschmeldungen und unbestätigte Gerüchte bekommen über Twitter so eine zusätzliche und gefährliche Dynamik. Fraglich ist auch noch, wie das Genre sich handhaben lässt, wenn immer mehr Nutzer mitmachen. Journalisten werden auch künftig ihre Arbeit machen müssen, Nachrichten zu überprüfen. Aber sie bekommen über Twitter einen neuen Weg mit geringerer Hürde zu bestimmten Lesern.</p>
<p>Twitter-Nutzer können auf den zur Verfügung stehenden 140 Zeichen (nicht Zeilen) mal eben schnell hinausposaunen, dass Züge im Bahnhof zwei Stunden Verspätung haben; ob das stimmt und warum das so ist und ob das eine Nachricht ist, müssen weiterhin und künftig noch viel besser als bisher Journalisten bewerten und beschreiben.</p>
<p><em>Von Marcus Schwarze</em></p>
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